Zeckenbiss - was tun? | Drucken |

Es passiert wohl fast jedem einmal…ein herrlicher Frühsommertag, Waldspaziergang oder auch einfach nur draußen spielen und am Abend ist da dieser kleine dunkle Pickel, der beim Waschen nicht abgeht – eine Zecke hat sich festgebissen.

Die sind in unseren Wäldern und Wiesen häufig und immer auf Nahrungssuche: Säugetierblut. Da ist auch der Mensch mit seinen wenigen Haaren ein willkommenes Opfer. Die Zecke hat ein spezielles Beißwerkzeug, mit dem sie sich in der Haut festsetzt, um Blut zu saugen. Leider kann so ein Zeckenbiss unangenehme Folgen haben. Neben einer Wundinfektion wie sie bei jedem Stich oder Kratzer direkt in den Folgetagen des Bisses auftreten kann, können Zecken vor allem zwei weitere Infektionen übertragen: die Borreliose und bei uns in der Gegend praktisch nie vorkommend die Frühsommer-Hirnhautentzündung (FSME).



Die Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung. Der Erreger heißt Borrelia burgdorferi. Die Erkrankung wird längst nicht bei jedem Biss von einer infizierten Zecke übertragen. Das Übertragungsrisiko wird entscheidend beeinflusst von der Dauer, die die Zecke in der Haut verbleibt. Je kürzer, desto geringer die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung der Infektion.

Deshalb: Zecke so früh wie möglich entfernen!
Dazu eignet sich z.B. eine Zeckenkarte (in jeder Apotheke) oder eine spitze Pinzette. Die Zecke sollte nicht gequetscht oder gedreht werden, weil sie dann evtl. ihren Magen-Darm-Inhalt mit den Borrelien in die Bissstelle „erbricht“. Das erhöht die Infektionsgefahr. Dagegen ist es eher unproblematisch, wenn ein Teil des Beißapparates der Zecke abbricht und in der Haut verbleibt. Solche Reste werden vom Körper meistens selbst abgegrenzt und fallen ab oder können auch später entfernt werden.
Eine Borreliose-Erkrankung verläuft in mehreren Stadion. Im Anfangsstadium kommt es meist zu einem typischen wandernden Ausschlag, der sich ringförmig von der Bißstelle ausbreitet. Er wird Erythema migrans (Wanderröte) genannt. Diese Rötung kann auch um Tage bis einige Wochen verzögert nach dem Zeckenbiss auftreten. Es ist deshalb wichtig, die Bissstelle auch nach Entfernung der Zecke zu beobachten.
In den späteren Stadien der Erkrankung können viele andere Organe betroffen sein: Gelenke, Haut, Herz und das Nervensystem.
Im Frühstadium ist die Erkrankung mit einem Antibiotikum behandelbar.

Deshalb:
1. Zecke schnell und ohne Quetschen entfernen
2. Beobachten!

Eine Impfung gegen die Borreliose gibt es nicht!

Autor: Dr. med. Christine Boragk

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Bild: fotolia (c) WoGi

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 18. August 2014 um 20:06 Uhr
 
 

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